Es ging ihr gut, und eine Zeit lang reichte das, um mich zu beruhigen. Aber hin und wieder bemerkte ich etwas Kleines. Ein Zögern. Ein Wegsehen. Als ob sie mir etwas verschwieg.
Es begann vor ein paar Wochen ganz beiläufig, so wie Robin eben Themen anspricht, die sie nicht zu großen Problemen auswachsen lassen will.
Wir aßen gerade zu Abend, und sie bemerkte, ohne mich richtig anzusehen, dass viele Mädchen in der Schule in letzter Zeit schicke Jeansjacken tragen.
Sie beschrieb sie mit dieser unaufdringlichen Art, wie Kinder sie tragen, wenn sie etwas wollen, aber wissen, dass es besser ist, nicht direkt zu fragen.
Robin sagte nicht: „Ich will auch eine, Eddie.“ Das war auch nicht nötig.
Ich beobachtete, wie sie mit ihrem Essen herumspielte und das Thema wechselte, und ich spürte diese vertraute Angst – diese Art von Angst, die einen überkommt, wenn man jemandem etwas schenken möchte und nicht weiß, ob es möglich ist.
Ich sagte an dem Abend nichts. Aber ich fing an, im Kopf die Konsequenzen zu bedenken.
Ich habe am Wochenende zwei zusätzliche Schichten übernommen. Drei Wochen lang habe ich meine Portionen verkleinert und Robin erzählt, ich hätte keinen Hunger – was nicht ganz gelogen war. Ich war richtig gut darin geworden, mir einzureden, ich hätte keinen Hunger, wenn etwas anderes wichtig war.
Drei Wochen später hatte ich die Nase voll und kaufte mir die Jacke. Ich hatte das Gefühl, etwas geschafft zu haben, von dem ich nicht sicher war, ob ich es mir zugetraut hätte.
Als Robin nach Hause kam, ließ ich meinen Rucksack ordentlich zusammengefaltet und mit hochgeschlagenem Kragen auf dem Küchentisch stehen, genau wie im Laden. Sie ließ ihn neben der Tür fallen und erstarrte, als sie ihn sah.
„Oh mein Gott! Ist der wirklich?“, flüsterte sie.
„Deiner, Robbie … ganz allein deiner.“
Robin ging langsam durch den Raum, als hätte sie Angst, er könnte verschwinden, hob ihn dann auf und betrachtete ihn eingehend.
Dann sah sie mich an, ihre Augen voller Tränen. Sie umarmte mich so fest, dass ich einen Schritt zurückwich.
„Eddie“, sagte Robin in meine Schulter, und das war alles, was sie eine ganze Minute lang sagen konnte.
Als sie wegging, hatte sie ein breites Lächeln im Gesicht.