Eines nach dem anderen veränderten sich die Gesichter um ihn herum. Selbstvertrauen verwandelte sich in Panik. Die Augen wanderten. Niemand wollte als Erster sprechen.
Dann beugte sich Adrien vor, seine Stimme tief und scharf, und sagte die Worte, die den Raum erstarren ließen.
“Ich weiß, dass einer von euch mich verraten hat.”
Stille.
Die Art von Stille, die jeden Herzschlag laut klingen lässt.
Minuten später explodierte das Treffen in Anschuldigungen. Ein Manager bestritt alles. Ein anderer gab der Buchhaltung die Schuld. Ein dritter stürmte hinaus.
Adrien beendete es mit einer letzten Warnung.
“Bis zum Morgen will ich Namen, Beweise und vollständige Geständnisse. Jeder Beteiligte wird vernichtet.”
Er verließ das Gebäude wütend.
Draußen war der Himmel grau, der Wind heftig, und die Stadt fühlte sich kälter an als sonst. Adrien bemerkte es kaum. Er stieg ins Auto, lockerte seine Krawatte und starrte aus dem Fenster, als sein Telefon erneut klingelte. Es war einer seiner leitenden Angestellten.
antwortete Adrien sofort.
Die Stimme am anderen Ende war nervös, defensiv, sprach zu schnell. Ausreden. Verzögerungen. Unschuldsbehauptungen.
Adriens Kiefer spannte sich mit jeder Sekunde an.
Schließlich sagte er dem Fahrer, er solle das Auto anhalten. Er brauchte Luft. Oder vielleicht brauchte er Abstand, bevor seine Wut noch schlimmer wurde.
Er trat in die Nähe der Brücke, immer noch am Telefon, und ging zum Geländer, während der Verkehr hinter ihm herraste. Der Manager redete weiter, aber Adrien hörte nicht mehr zu. Sein Geist raste – der Verrat, die Lügen, das Gefühl, dass jemand, dem er vertraute, monatelang hinter seinem Rücken gelacht hatte.
Dann änderte sich alles in einer Sekunde.
Ein Radfahrer, der vorbeiraste, wich zu nah aus.
Adrien drehte sich scharf um.
Sein Schuh rutschte auf dem feuchten Beton aus.
Sein Handy flog ihm aus der Hand.
Und bevor er sich fangen konnte, schlug sein Körper gegen das Geländer und kippte über den Rand.
Für einen schrecklichen Moment verschwand die Welt unter ihm.
Dann schlossen sich seine Hände um die kalte Metallbarriere.
Er hing über dem Fluss.
Das Wasser brodelte darunter.
Seine polierten Schuhe traten wild gegen die Luft. Seine Arme brannten sofort. Panik durchfuhr seine Brust so heftig, dass er kaum atmen konnte.
“Hilfe!” rief er. “Hilf mir!”
Autos verlangsamten. Die Leute hielten an. Gesichter drehten sich.