Allein. Raúl trat vor. „Du warst nicht allein. Du hattest eine Tochter. Und du hast sie zu einer Dienerin gemacht.“ Die Stille wurde unerträglich. Da hörte man ein Geräusch im Flur. Valeria erschien, Mateo im Arm, ihr Gesicht kreidebleich. Max stellte sich schützend vor sie. Das kleine Mädchen sah ihren Vater mit entsetzten Augen an und sagte den Satz, der Verónica endgültig zum Zusammenbruch brachte: „Papa … bitte, lass sie nicht bei uns.“ Dies war kein Streit unter Liebenden mehr. Es war eine Wahrheit, die sich nicht länger verbergen ließ. Raúl starrte sie an, nahm den Hörer ab und wählte eine Nummer. Verónica erbleichte, als sie hörte, was er als Nächstes sagte. „Guten Abend. Ich brauche eine Streife und Rechtsberatung, um eine einstweilige Schutzanordnung zu erwirken.“ Und als sie dachte, sie könne ihn noch immer manipulieren, zeigte er ihr das letzte Beweisstück. Doch was Verónica auf dem Bildschirm sah, verschlug ihr die Sprache … und ließ uns alle bis zum Schluss warten.
TEIL 3
Die letzte Aufnahme zeigte keine Anzeichen von körperlicher Misshandlung.
Sie zeigte etwas Schlimmeres.
Im Video war Valeria in der Küche und versuchte, den unaufhörlich weinenden Mateo zu beruhigen. Es war fast zehn Uhr abends. Das kleine Mädchen kletterte auf einen Hocker, um an eine Flasche zu gelangen, füllte sie so gut es ging und wischte dann mit einer Hand den Boden, während sie das Baby mit der anderen hielt.
Dann tauchte Verónica auf.