Das Morgenlicht fiel durch die Jalousien in der Küche und warf sanfte gelbe Streifen auf den Tisch, an dem Aria saß und zum dritten Mal ihre zerknitterten Geldscheine zählte.
Ich konnte nicht aufhören, ihren kleinen Fingern zuzusehen, wie sie jeden einzelnen zerknitterten Dollar wie einen heiligen Gegenstand berührte.
Sechs Monate Sparen waren auf diesen ordentlichen Stapel geschrumpft.
„82,40 Cent, Mama“, verkündete Aria strahlend. „Ich hab’s geschafft!“
„Echt, mein Schatz.“
Sie steckte das Geld in den Umschlag, den sie mit rosa Herzen verziert hatte. „Frau Coleman hat mir fünf Cent extra gegeben, weil ich letztes Wochenende Unkraut gejätet habe. Sie meinte, ich sei die beste Helferin, die sie je hatte.“
„Weil du es bist.“
Ich strich ihr durchs Haar und schluckte den Kloß im Hals hinunter, der mir immer in die Augen stieg, wenn ich daran dachte, was sie alles für diese lächerlichen Turnschuhe geopfert hatte. Weiß mit rosa Streifen. Sie hatte die Buchmesse sausen lassen, ohne sich auch nur einmal zu beschweren.
Mein Handy vibrierte auf der Küchentheke. Diane.
„Rachel“, sagte sie, sobald ich geantwortet hatte, „Sonntagsessen. Sieben Uhr. Und bitte, diesmal keine zerrissenen Jeans.“
„Zieh an, was passt, Diane.“