Vor ihrem Tod im Alter von 117 Jahren erlaubte Maria Branyas Morera die Untersuchung ihrer DNA. Überraschende Entdeckungen könnten die Geheimnisse der Langlebigkeit entschlüsseln.
Wie gelingt es manchen Menschen, über ein Jahrhundert zu leben und dabei eine so erstaunliche Vitalität zu bewahren? Diese Frage fasziniert Forscher und die breite Öffentlichkeit gleichermaßen. Vor ihrem Tod im Alter von 117 Jahren wollte Maria Branyas Morera der Wissenschaft ein letztes Geschenk hinterlassen: die detaillierte Untersuchung ihrer DNA. Die ersten Ergebnisse haben Fachleute überrascht und könnten neue Wege zu einem besseren Verständnis der Mechanismen des Alterns eröffnen.
Ein außergewöhnliches Leben, das sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckte
Geboren am 4. März 1907 in San Francisco, erlebte Maria Branyas Morera einige der größten Umbrüche der modernen Geschichte. In ihren 117 Lebensjahren wurde sie Zeugin zweier Weltkriege, der dramatischen Entwicklung des Transportwesens, des Aufkommens des Internets und technologischer Fortschritte, die den Alltag mehrerer Generationen verändert haben.
Nachdem sie sich in ihrer Kindheit mit ihrer Familie in Katalonien niedergelassen hatte, verbrachte sie den Großteil ihres Lebens in Spanien. Bis zuletzt war sie eine bewunderte Persönlichkeit, bekannt für ihre geistige Klarheit und ihren Optimismus. Als Maria im August 2024 starb, galt sie als älteste lebende Person der Welt.
Doch was heute am meisten fasziniert, ist nicht nur ihr bemerkenswertes Alter, sondern die biologischen Spuren, die sie hinterlassen hat.
Warum Wissenschaftler ihre DNA untersuchten
Vor ihrem Tod bat Maria Branyas Morera darum, ihr Erbgut analysieren zu lassen. Ihr Wunsch war einfach: Forschern zu helfen, die Faktoren zu verstehen, die zu einem langen und gesunden Leben beitragen.
Spezialisten der Universität Barcelona und des Josep-Carreras-Forschungsinstituts führten daraufhin umfangreiche Analysen durch. Ihr Ziel war es, herauszufinden, warum diese Supercentenarian viele der üblicherweise mit dem Altern verbundenen Auswirkungen scheinbar vermieden hatte.
Die Ergebnisse erregten schnell die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Laut den Forschern wiesen mehrere von Marias biologischen Markern eher Merkmale einer deutlich jüngeren Person auf.