Sechs Monate lang beobachtete ich ihn aus meinem Auto.
Immer am selben Tag.
Immer zur selben Zeit. Wie immer.
Jeden Samstag, Punkt zwei Uhr nachmittags, kam er mit seiner Harley zum Friedhof, parkte neben der alten Eiche und ging direkt zu Emilys Grabstein.
Dann saß er eine ganze Stunde an ihrem Grab.
Er brachte nie Blumen mit.
Er hinterließ nie eine Nachricht.
Er sprach nie laut genug, dass ich ihn hätte hören können.
Er saß einfach im Schneidersitz im Gras, den Kopf gesenkt, als trüge er eine unerträgliche Trauer.
Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich, er hätte sich geirrt.
Es war ein großer Friedhof. Gräber konnten leicht verwechselt werden.
Aber dann kam er am darauffolgenden Samstag wieder.
Und am nächsten.
Und noch einmal.
Woche für Woche trauerte dieser Fremde um meine Frau, als gehöre sie auch ihm.
Zuerst war ich verwirrt.
Dann wurde ich wütend.
Wer war er?
Woher kannte er Emily?
Warum tauchte dieser Mann jede Woche auf, während manche seiner eigenen Familienmitglieder kaum kamen? Termine und Kalender
Emily war vierzehn Monate zuvor an Brustkrebs gestorben.
Sie war erst dreiundvierzig.
Wir waren zwanzig Jahre verheiratet.
Zwei Kinder.