Das Erste, was Madison bemerkte, war nicht die Wehe.
Es war die Stille, die darauf folgte.
Die Küche schien um sie herum stillzustehen; der Regen klopfte sanft gegen das Fliegengitter der Veranda, der Kühlschrank summte in der Ecke, und der Duft von Zitronenspülmittel haftete an ihren Händen.
Sie stand barfuß am Spülbecken, in der 38. Schwangerschaftswoche, eine Hand umklammerte ein Glas Wasser, die andere drückte sie gegen die deutliche Wölbung ihres Bauches.
Den größten Teil des Nachmittags hatte sie sich eingeredet, es sei normal.
Alle Schwangeren fühlten sich gegen Ende der Schwangerschaft unwohl.
Jeder Arzttermin brachte Warnungen mit sich.
Jeder Schmerz schien stärker zu werden, je näher der Geburtstermin rückte und man ihn im Kalender markieren konnte.
Aber diesmal war es anders.
Es war ein stechender, tiefer Schmerz, der sich auf eine Weise falsch anfühlte, die ihr Körper verstand, noch bevor ihr Verstand ihn benennen konnte.
Drüber in der Küche war Ethan bereits angezogen.
Sein dunkelgrauer Anzug wirkte zu formell für sein kleines Haus. Sein Haar war streng zurückgekämmt. Seine Uhr blinkte jedes Mal, wenn er zum Telefon griff.
Den ganzen Tag hatte er Madison umkreist, als wäre sie ein Hindernis zwischen ihm und dem einzigen Ereignis, das wirklich zählte.
Seine Mutter, Patricia Walker, wurde 65.