Motorradfahrer strichen um 4 Uhr morgens das Haus meiner toten Mutter rosa an, und ich kannte keinen von ihnen.
Walts Gesichtsausdruck veränderte sich. „Als sie zu krank zum Kochen war, brachten wir ihr das Essen. Wir deckten es in ihrer Küche. Wir aßen mit ihr. Sie saß am Tisch und erzählte uns Geschichten.“
„Welche Art von Geschichten?“
„Hauptsächlich über dich.“
Das hat mich härter getroffen, als ich erwartet hatte.
Während wir uns unterhielten, ging die Sonne auf. Das Haus war halb rosa. Die Motorradfahrer arbeiteten noch immer, mit der Effizienz von Männern, die so etwas schon tausendmal zusammen gemacht hatten.
Ich habe mir die Liste noch einmal angesehen. Diesmal habe ich sie wirklich gelesen.
Streich das Haus rosa. Ich wollte es schon immer rosa haben, aber Ray meinte, das wäre geschmacklos. Ray ist tot, und ich auch. Streich es rosa.
Repariert das Verandageländer, bevor es jemanden tötet. Walt weiß, welche Bretter marode sind.
Pflanze die Rosensträucher ein. Sie stehen in Töpfen in der Garage. Ich habe sie vor zwei Jahren gekauft, konnte mich aber nicht mehr hinknien. Stelle sie an den Zaun, wo sie Morgensonne bekommen.
Spende Rays Kleidung an das Obdachlosenheim in der Fifth Street. Hätte ich schon vor zehn Jahren tun sollen. Die grüne Jacke kann in den Müll. Er sah darin furchtbar aus, aber er wollte ja nicht hören.
Ich musste fast lachen. Die Stimme meiner Mutter war in dieser Liste deutlich zu hören. Praktisch, präzise und ein bisschen bissig.
Gib Walt die Kuchenrezepte. Alle. Er fragt schon seit sechs Jahren danach. Sag ihm, das Geheimnis des Bodens ist gefrorene Butter und ein Esslöffel Wodka. Ja, Wodka. Der Alkohol verdampft beim Backen. Ganz ruhig