Hilferufe aus der Bucht

Die Sonne steht schon hoch, als die ersten Freiwilligen an diesem Morgen die Absperrungen am Strand passieren. Das 10-Meter-Tier liegt reglos, nur ab und zu zuckt die Fluke – ein schwacher Trost für die Crew, die jede Bewegung als Hoffnungszeichen wertet. Die Geräuschkulisse aus Möwengeschrei, pumpenden Generatoren und hektischen Funkrufen verrät: Hier geht es längst nicht mehr nur um einen Wal, sondern um ein Mensch-Natur-Drama, das in Echtzeit Tausende über Livestream verfolgen.
Während Touristen ihre Handys zücken, beraten Küstenwache, Tierärzte und Taucher in einem provisorischen Container. Niemand spricht es laut aus, doch alle wissen: Die Uhr tickt. Mit jedem Niedrigwasser schrumpft Timmy der rettende Spielraum – und den Helfern bleibt weniger Zeit, die spektakulärste Bergung der jüngeren Ostsee-Geschichte einzuleiten.